Das Seminar dient der Einführung in die Methodik des Geschichtslernens. Der Schwerpunkt liegt auf den Grundlagen des Lehrens und Lernens von Geschichte im Kontext des Geschichtsunterrichts. Die Tatasache, dass es vielen Geschichtslehrkräften schwerfällt, den Begriff der/ihrer Geschichtsmethodik mit konkreten Inhalten zu füllen, scheint Hilke Günther-Arndts Urteil, "dass insbesondere die Wege, d.h. die Methoden zur Vermittlung historischen Wissens Stiefkinder der Geschichtsdidaktik geblieben sind", recht zu geben.

Ausgehend von der Prämisse, dass das Fach Geschichte - in Abgrenzung zur allgemeinen Unterrichtspädagogik - eben eine fachspezifische Methodik besitzt, deren Kenntnis und Anwendung unabdingbare Voraussetzung "guten Geschichtsunterrichts" sind, will das Seminar das fachspezifische Spektrum der Methoden am Beispiel der „Friedlichen Revolution und deutschen Einheit 1989/90“ aufzeigen und eigene Lernarrangements entwickeln.

Mit der Geschichte der „Wiedervereinigung“ aus den Perspektiven beider deutscher Staaten wird eine für die gesellschaftliche Entwicklung und kollektive Identität der heutigen Bundesrepublik bedeutsame Thematik aufgegriffen. Die zentrale Stellung in Lehrplänen und Schulbüchern, aber vor allem die sich nach mehr als 25 Jahren deutscher Einheit mehr und mehr vollziehende Popkulturalisierung der Zeigeschichte bieten unmittelbaren Anlass zu kritischen Analysen.

Für die Arbeit im Seminar ist eine solide Grundkenntnis der Thematik notwendig.

  • Günther-Arndt, Hilke (Hrsg.): Geschichts-Methodik. Handbuch für die Sekundarstufe I und II. 3. Auflage,  Berlin 2014.
  • Rödder, Andreas: Deutschland einig Vaterland. Die Geschichte der Wiedervereinigung, München 2009.
  • Lindner, Bernd: Die demokratische Revolution in der DDR 1989/90, Bonn 1998.