In der katholischen Sexualethik vollzieht sich seit einigen Jahren ein Paradigmenwechsel. Sexualität wird zunehmend im Hinblick auf die Qualität der Beziehung reflektiert, in der sie gelebt wird. Relevant wird so etwa die Frage, ob Sexualität lebensförderliche oder verletzende Formen annimmt, inwiefern Verantwortung übernommen, die Würde des Gegenübers gewahrt und seine Autonomie respektiert wird. Das Hauptseminar will zunächst Grundzüge der traditionellen kirchlichen Sexualmoral nachzeichnen und vor diesem Hintergrund dann zentrale Aspekte des Paradigmenwechsels erörtern. Schließlich werden verschiedene Ansätze und Vorschläge einer erneuerten Sexualethik zur Diskussion gestellt, bevor abschließend zu fragen ist, welche Konsequenzen sich daraus für die Lehre und Praxis der katholischen Kirche ergeben.