030011 Gerechtigkeit, Staat und Gesellschaft in der Neuzeit

Thomas Hobbes' Leviathan von 1651 markiert für die politische Philosophie den Umbruch zur Neuzeit: Zum ersten Mal wird entschieden die Frage nach der Legitimität von Herrschaft überhaupt gestellt. Während für Hobbes noch jede staatliche Gewalt einem unmittelbar freien Naturzustand vorzuziehen ist, verändert sich diese Perspektive schon bei John Locke. Locke geht davon aus, dass auch ohne staatliche Regelungen Grundformen gerechten Verhaltens ein soziales Zusammenleben ermöglichen; die Einwilligung in einen Gesellschaftsvertrag setzt für ihn voraus, dass diese Gesellschaft bürgerliche Rechte ermöglicht, die den Handlungsspielraum und die Freiheit des Einzelnen vergrößern.
Im Seminar wollen wir das Spannungsfeld zwischen Individuum, Gesellschaft und staatlicher Organisation in Auszügen aus zentralen Texten der politischen Philosophie von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart ausloten. Die Textgrundlagen werden in Form einer pdf zu Seminarbeginn zur Verfügung gestellt.